| Das
Symbol des Drachen in den Kampfkünsten
von Thomas Zölss
In diesem Artikel möchte ich die Symbolik
des Drachen aus verschieden Blickwinkeln betrachten, um
dem Leser einen kleinen Einblick in die Verschiedenheit
des Symbols und seine Anwendung zu geben. Aber ich möchte
auch zeigen, dass trotz verschiedenster Kulturen, Zeitalter,
Ethnien und Religionen die Idee, die hinter dem Drachen
steht, dieselbe ist.
Als erstes möchte ich einige Erklärungen für
Drachen geben, so wie sie heute in verschiedenen Lexika
zu finden sind:
- So wird der Drache etwa als eine mystische Figur beschrieben,
die in der Welt der Sagen und Volksmärchen vorkommt.
- In der abendländischen und mittelöstlichen Mythologie
waren Drachen ursprünglich Wassergötter. Sie spuckten
Feuer und konnten Donner, Blitz und Regen hervorrufen.
- In den westlichen Kulturen galt der Drache meist als feindselig
gegenüber den Menschen und war mit den dunklen Mächten
des Bösen verbunden.
- Das Mittelalter berichtet von zahllosen Kämpfen zwischen
edlen Rittern und bösen Drachen.
- Im Osten hat der Drache eine positive symbolische Bedeutung.
Laut Chuang Tzu stellt der Drache die kosmische Schwingung
des Lebens dar.
- Alle Drachen haben eine große Macht, die die Personifikation
der Urkraft darstellt.
- Der Drache wird auch beschrieben als eine tierische Gestalt,
die Schlangen, Krokodile, Pferde, Fische und Vögel
in sich vereint.
- Drache = griech. DRAKON - der starre Blick.
Einige weitere Merkmale der Drachen
- Der Drache wird insgesamt als ein komplexes und universelles
Symbol beschrieben.
- Die "geflügelte Schlange" wie er auch genannt
wird, vereinigt in sich die Schlange und den Vogel als Symbol
für Materie und Geist.
- Er steht auch für Wohltätigkeit, eine Manifestation
der lebensspendenden Wasserschlange und des Lebensatems,
des Vogels.
- Er wurde mit den Himmelsgöttern und deren irdischen
Abgesandten, den Kaisern und Königen, aber auch mit
großen Weisen und Eingeweihten identifiziert.
- Der Drache vereinigt in sich sowohl den fruchtbringende
Regen, der dem Donner folgt, als auch die zerstörende
Kraft des Blitzes, des Donners und der Überschwemmung.
- Im Orient ist der Drache im Allgemeinen eine gütige,
himmlische Macht, während er im Okzident das Destruktive,
Zerstörerische, Teuflische und Böse verkörpert.
Er kann solar oder lunar, männlich oder weiblich, gut
oder böse sein.
- Im fernen Osten symbolisiert er übernatürliche
Kraft, Macht, Weisheit, Stärke, verborgenes Wissen,
die Kraft des lebensspendenden Wassers und er ist auch das
Zeichen des Kaisers als Sohn des Himmels.
- In den monotheistischen Religionen (vor allem Christentum,
Judentum und Islam) stellt der Drache das Böse dar,
mit einigen Ausnahmen, wo er den Logos, den belebenden Geist,
die allmächtige Gottheit und die Fülle der göttlichen
Kraft darstellt.
- Der Drache oder die Schlange stehen für das Nichtmanifestierte,
das Undifferenzierte, das Chaos, das Verborgene, die ungezähmte
Natur, aber auch für die Chance der Menschheit, den
Geist zu manifestieren, das eigene Chaos zu besiegen, das
Verborgene im Menschen zu erwecken und seine ungezähmten
Naturen zu bändigen. Dass der Drache den Blitz einschlagen
lässt, ist das Zeichen der Umwandlung vom Nichtmanifestierten
zum Manifestierten, zur Schöpfung, Form und Materie.
- Der Drache steht auch in enger Beziehung zum Meer, zu
den großen unergründlichen Tiefen, aber auch
zu den Bergen, zu den Wolken und zum Himmel.
- Drachen als Ungeheuer sind die Herren des Erdbodens, gegen
die Heroen, Bezwinger und Schöpfer kämpfen müssen.
Sie sind auch Hüter von Schätzen und Bewacher
von heiligen Pforten, hinter denen geheimes Wissen versteckt
ist.
- Der Kampf mit dem Drachen steht für die Schwierigkeiten,
die zu überwinden sind, will man zu den Schätzen
innerer Weisheit gelangen. Die Tötung des Drachen ist
der Konflikt zwischen Licht und Finsternis, das Bezwingen
der zerstörenden Kraft, des Bösen, aber auch der
Sieg im Konflikt mit sich selbst, die Überweinung seiner
eigenen finsteren Natur, um zum Lichte der Weisheit zu gelangen.
- Die Rettung der Jungfrau vor dem Drachen bedeutet die
Befreiung reiner Kräfte nach dem Töten der bösen
Mächte. In vielen Sagen und Mythen ist der Drache der
Gegner eines strebenden Jüngers, oder auch eines Halbgottes.
Nachdem ich jetzt einige allgemeine Beschreibungen
des Drachens und seine Symbolik gegeben habe, möchte
ich einige Kulturen beschreiben, in denen der Drache eine
besondere Bedeutung gehabt hat oder immer noch hat.
Ägypten
In Ägypten ist der Drache ein Attribut von Osiris als
Totengott. Aphophis als der Drache der Finsternis und des
Chaos wird jeden Morgen von Gott Ra überwunden.
Europa, Mittelalter
Der geflügelte Drache ist ein Bild für das Flüchtige;
der Drache ohne Flügel ein Bild für das Gebundene.
Für die Kirchengelehrten ist der Drache ein Repräsentant
des Teufels. Eine geflügelter und schrecklich feuerspeiender
Riesenschlange, die im Wasser lebt.
China
In der chinesischen Symbolik werden Drache und Schlange
nicht unterschieden. Der Drache verkörpert die höchste
geistige Macht, das Übernatürliche, die Unendlichkeit,
den Geist der Veränderung, die göttliche Macht
der Veränderung und Transformation, der Rhythmus der
Natur, der Lebens und Werdens sowie die übernatürliche
Weisheit und Stärke. Er ist die Sonne, das Licht und
das Leben, die Yin - Yang Kraft.
Lung: Der Azurdrache, der im Himmel lebt. Er ist der Lebensgeist,
die himmlische Macht. Auf Erden stellt er die kaiserliche
Macht dar. Der Kaiserdrache Lung hat 5 Klauen, sein Kopf
zeigt nach Süden und sein Schwanz nach Norden.
Mang: Der gemeine Drache. Er wird mit 4 Klauen dargestellt.
Li: Der hornlose Drache. Er lebt im Meer und beherrscht
die Tiefen. Er symbolisiert auch
die Gelehrten.
Chiro: Er lebt in den Bergen oder auf dem Lande. Er verkörpert
den Staatsmann.
Die dualistische Kraft des Yin – Yang wird dargestellt
durch zwei einander gegenüberstehende, miteinander
streitende, Drachen welche die beiden einander entgegenstehenden
und sich gegenseitig ergänzenden Kräfte symbolisieren.
Meist stehen zwischen ihnen die Sonne und der Mond. Häufig
ist der Drache mit der "Drachenkugel" dargestellt,
die auch die "flammende Perle "genannt wird.
In allen Mythen, Sagen, Märchen, Überlieferungen
und Erzählungen gibt es immer wieder den Drachen oder
die Schlange, die von einem Helden getötet wird. Ich
möchte jetzt einige dieser Mythen und Legenden aus
verschiedenen Kulturen Zeiten und Religionen darstellen
und auch einige Erläuterungen hinzufügen, die
den Hintergrund dieser Geschichten besser verdeutlichen
und zu ihrem Verständnis beitragen können.
- Die kosmische Schlange (Uroborus): Die
Schlange die sich in den Schwanz beißt, also endlos
und im Indischen den Kreislauf des Universums darstellt.
Die Schlange der Ewigkeit hat 4 Tatzen, die als die 4 Elemente
bezeichnet werden .Manchmal besitzt sie auch Flügel,
was auf die dauernde Bewegung der Energie der Welt anspricht.
Die Überwindung durch den mystischen Helden wird dadurch
für den Philosophen zu einem Sinnbild der Erkenntnis,
da jede Macht aus dem wahren Wissen entsteht. Im Tantrismus
erscheint die Lebenskraft des Menschen als Schlangenkraft
(Kundalini). Nicht nur die Fähigkeit, sich zu einem
Ring zusammenzulegen, sondern auch ihre Eigenschaft, sich
durch den Hautwechsel zu erneuern, lässt dieses Tier
zu einem Sinnbild für den ewigen Kreislauf der Energie
in der Welt und im Menschen werden.
- Quetzalcoatl: Für die mittelamerikanischen
Kulturen (Azteken, Mayas, Tolteken) ging der Baum der Welt
auf Quetzalcoatl zurück. Der Gott "gefiederte
Schlange" spaltete die Erde in 5 Teile und gruppierte
um einen zentralen Ort 4 Sektoren (einen für jede Himmelsrichtung).
Die Taten des Schöpfergottes Quetzalcoatl reichen bis
in die Zeit vor der Erschaffung des 5. Weltzeitalters zurück.
Eine Sage erzählt vom Kampf des Quetzalcoatl gegen
ein fürchterliches Erdmonster, das in den Gewässern
der Urzeit schwamm. Um es zu besiegen, verwandelte sich
Quetzalcoatl in eine große Schlange und biss das Monster
auseinander. Aus der einen Hälfte entstand die Erde
die andere wurde zum Himmel. Aus den Haaren entstanden Bäume,
Blumen und Kräuter aus den Augen flossen Quellen, aus
seinem Maul Flüsse und Bäche, aus seiner Schnauze
entstanden Hügel und Täler und aus seinen Schultern
entstanden die Berge.
Das Erdmonster verweigerte aber, dass die aus ihm entstandene
Erde Früchte trägt, solange sie nicht mit dem
Blut von Herzen genährt werde. Schon in den ältesten
Mythen wird die Entwicklung der Erde beschrieben, wobei
die ungestaltete Materie durch das Bild eines Drachen dargestellt
wird. Sonnen- und Mondfinsternisse wurden als das Verschlingen
und das Wiederausspucken der Sonne betrachtet.
- Babylonische Mythen: Marduk der Sonnenheld
und Lichtbringer nimmt den Kampf gegen das ungestaltete
Prinzip Tiamat auf. Marduk war von dem Drang erfüllt
Ordnung zu schaffen. Er zersprengte durch die Götterwaffe
"Sturmwind" und den Drachen Tiamat und baute aus
dem getötet Drachen Himmel und Erde, die obere Welt.
Für die Erbauung der Welt wendete Marduk die Gesetzmäßigkeiten
von Apsu (dem Geistigen) an. So durchdringen Maß und
Zahl den Kosmos und sind sein beständiger Teil.
Der Mensch hat schon immer das Bild des Drachen für
die Schwelle von Ordnung zu Anarchie - Theos zu Chaos benützt.
Der Drache muss besiegt werden, damit aus dem Chaos Ordnung
entstehen kann, erst daraus kann eine Entwicklung entstehen.
- Germanische Mythologie: Die Welt wird
aus den Körperteilen des Urriesen Ymir gebaut. Mitten
in diesem Kosmos erschaffen die Götter Midgard, als
eine Insel in einem weiten Meer (Midgard bedeutet "bleib
in der Mitte“). Im Zentrum von Midgard steht die Weltenesche
Yggdrasil (der Lebensbaum).Der Lebensbaum stellt nicht nur
das Universum mit seinen drei Ebenen dar(Himmel, Erde, Unterwelt)
dar, sondern ist auch die vertikale Achse aus der der Mensch
geschaffen wurde.
Am Lebensbaum nagt die Vergänglichkeit in der Gestalt
des Drachen Nidhöggr (der "Neidwurm") der,
wenn die Zeit gekommen ist, dafür sorgen wird dass
der Baum, wenn sein Schicksal, bzw. das der Wesen, die mit
ihm verbunden sind, erfüllt ist, vergeht.
- Die Midgardschlange: In den nordischen
Mythen bildet die Midgardschlange den unüberschreitbaren
Ring um die erschaffene Welt. Doch am Anfang der Zeit hat
der Gott Thor versucht, sie zu töten, indem er versuchte,
sie aus den Wassern des Meeres zu ziehen, um sie dann zu
erschlagen. Doch es ist ihm nicht gelungen und, so sagt
es der Mythos, Thor muss solange warten, bis die Zeit der
Erde zu Ende gegangen ist, damit er wieder die Möglichkeit
erhält, die Midgardschlange zu besiegen.
Nach diesen allgemeinen Mythen und Sagen
zum Thema des Drachen möchte ich nun einige allgemeine
Hinweise zur Symbolik des Drachenkämpfers, der Schlange
und der Urschöpfung anfügen.
- Der Drachenkämpfer: Zuerst einmal
ist zu sagen, dass nicht jeder Krieger ein Drachenkämpfer
werden kann. Schon von Geburt an wird er von den Göttern
ausgewählt und durch seine Erziehung auf den Drachenkampf
vorbereitet. Er bekommt auch ein nach Außen sichtbares
Attribut, das ihn als Drachenkämpfer legitimiert. (Siegmund
in der nordischen Mythologie hat, als Beispiel, von Odin
das Schwert "Gram" bekommen, dass ihn, solange
er es als Götterwaffe verwendet, unbesiegbar macht).
Die Eigenschaften eins Drachenkämpfers sind Intelligenz,
Unterscheidungsfähigkeit, Wille, Mut, Idealismus (Tugenden)
und die Liebe zu seinem Gott.
Eine alte Überlieferung sagt: "Jeder muss seinen
individuellen Drachen finden und seine eigene Art, mit ihm
fertig zu werden. Der Kampf jedoch ist unausweichlich."
- Die Schlange: Sie ist ein Symbol für
die Dualität, sie drückt zum einen höchste
Weisheit, und zum anderen dunkelste Versuchung aus. Als
kosmische Schlange ist sie der intelligente Impuls des göttlichen
Geistes. Die göttliche Schlange drückt das Herabsteigen
des Geistes in die Materie (und damit die Schöpfung)
aus. Sie ist ein Symbol höchster Weisheit, göttlicher
Vernunft, Allwissenheit, Unsterblichkeit, Ewigkeit, Wiedergeburt,
Erneuerung und Vollkommenheit, sie ist der Logos und die
heilende Kraft. Die Schlange verkörpert das Doppelprinzip
von Gut und Böse.
Es wird gesagt: "Der Spur der Schlange zu folgen heißt,
sich auf die Suche nach dem unaussprechlichen Einen zu begeben,
das ohne Anfang und Ende ist." Die Schlange war zu
allen Zeiten das Symbol göttlicher Weisheit und des
Geistes, das zum Zweck der Wiedergeburt tötet. Viele
Eingeweihte, Weise und Heilige in allen Kulturen tragen
das Zeichen der Schlange (etwa in Ägypten die Uräusschlange,
die aufgerichtete Kobra), bekommen Namen von Schlangen und
werden als Schlangen dargestellt als Ausdruck des höchsten
Aspektes das sie verinnerlicht haben.
Beispiele dafür sind unter anderen:
- Jesus Christus ist in der ophitischen Legende der von
einer Schlange Geborene
- Buddha stammt vom Geschlecht der Nagas (Schlangenkönige
in der indischen Mythologie) ab
- Moses ist ein Abkömmling von Lewis, der wiederum
dem Schlangenstamm angehörte
- Seth ist als Natter dargestellt Apophis
- Vishnu ruht auf der Weltenschlange Ananta
- Shiva ist mit der siebenhäuptigen Schlange gekrönt
- Athene trägt auf ihrem Schild das Haupt der Medusa
- Die Pharaonen tragen auf dem Haupt die Uräusschlange,
diese steht für das kosmische Feuer, für höchste
Weisheit und königliche Macht
- Hermes, Tot und Seraphis werden manchmal als Schlangen
dargestellt, als Verkörperung göttlicher Weisheit
und des Geistes.
- Die Urschöpfung: Die Schöpfungsmythen
gibt es sowohl in Bezug auf die Erschaffung der Kosmos,
der Erde und des Menschen. Der Mensch besteht darin aus
einer Doppelnatur, einem geistigen und einem physischem
Organismus, die, wie man sich denken kann, nur selten miteinander
harmonieren. H.P.Blavatsky etwa sagt diesbezüglich:
"Der Wille schafft, Wille in Bewegung ist Kraft und
Kraft erzeugt Stoff."
Da es sehr viele Erscheinungsformen der Schlange oder des
Drachen, in den Mythen und Sagen dieser Welt gibt möchte
ich nun kurz einige dieser Erscheinungsformen und ihre Symbolik
aufzählen:
- Uroborus: die Schlange die sich selbst in den Schwanz
beißt; sie ist Zeichen für Unsterblichkeit und
Ewigkeit.
- Geflügelter oder feuriger Drache: Allweisheit
- Falkenköpfige Schlange: göttliche Vernunft
- Spiralförmige Schlange: Lebenskraft
- Wellenförmige Schlange: kosmischer Rhythmus
- Doppelte Schlange: Gegenwart des heiligen Geistes (reine
Wahrheit)
- Schlangenwesen (Nagas): Verkörperung der Kräfte
der Götter und auch deren Archetypen
- Gefiederte Schlange: mächtige kosmische Kraft
- Schlange, die sich um einen Stab ( Hermesstab, Äskulapstab)
windet: kosmische Kraft (etwa Kundalini), die zu beherrschen
ist, um sie zur Heilung einzusetzen.
So war die Schlange oder der Drache schon
immer ein sehr häufig verwendetes Symbol mit vielen
verschiedenen Bedeutungen, die aber eine einheitliche Grundessenz
beinhaltet: Die Schlangenkraft zu besitzen heißt,
höchste kosmische Kraft zu beherrschen, Kräfte
die jenseits unserer sterblichen Kräfte liegen und
die sowohl ungeahnte Heilwirkung als auch höchst zerstörerische
Wirkungen haben können.
Da ich nun sehr viele Fakten aus den verschiedensten
Religionen, Zeiten und Kulturen aufgezählt habe, um
die Symbolik und deren Wirkung des Drachen bzw. der Schlange
zu verdeutlichen, möchte ich nun noch einige ausgesuchte
und für mich sehr tiefsinnige Sagen und Mythen erwähnen
die diese Symbolik besonders schön ausdrücken:
- Die Siegfriedsage aus den deutschen Götter- und Heldensagen:
Der Königssohn Siegfried kämpft mit dem Drachen
Fafnir, der den Schatz der Nibelungen bewacht. Er schält
den Drachen nach einem erbitterten Kampf mit seinem Schwert
und bekommt als Dank dafür vom König das heilige
Schwert BALMUNG, das beste auf der Erde, als Geschenk.
- Herakles und die Hydra (griechischer
Sagenkreis): Die zweite der zehn Arbeiten des Herakles war
es, die Schlange Hydra zu erschlagen. Die Hydra war eine
Schlange mit neun Häuptern, von denen acht sterblich,
das neunte in der Mitte aber unsterblich war. Herakles kämpfte
gegen die Schlange und schlug ihr die Köpfe ab, doch
für jeden abgeschlagenen Kopf wuchsen zwei neue nach.
So musste Herakles, nachdem er einen Kopf abgeschlagen hatte,
den Stumpf mit Feuer abbrennen. Den unsterblichen Kopf schlug
er der Schlange ab, vergrub ihn im Wald und legte einen
großen Stein über diese Stelle. So hatte Herakles
seine zweite Tat bestanden.
- Quetzalcoatl (mittelamerikanische Mythen):
Die Schlange mit den kostbaren Federn. (Die Schlange symbolisiert
die irdischen, niederen, tellurischen Kräfte, der Vogel
symbolisiert die Seele, die sich von der Erde zu Himmel
emporschwingt) Quetzalcoatl ging in die Unterwelt nach Mictlan,
um dort die kostbaren Knochen der Unterwelt zu holen. Doch
die Herren der Unterwelt gaben sie ihm nicht freiwillig,
und so musste Quetzalcoatl die Knochen stehlen. Um das zu
verhindern, gruben die Herren der Unterwelt ein Loch, in
das Quetzalcoatl hineinfiel und dabei zu Tode kam. Wachteln,
die dies beobachteten, zerbissen die göttlichen Knochen.
Quetzalcoatl erwachte von den Toten sammelte die zerbrochenen
Knochen ein, ließ sein Blut darüber fließen,
und so wurden die Menschen (Macehualtin) erschaffen.
- Tiamat (babylonische Mythen): Marduk,
der Sohn Eas, hatte die Gewalt über den Himmel und
wurde von den anderen Göttern auserkoren, den Chaosdrachen
Tiamat zu erschlagen. Bewaffnet mit Pfeil und Bogen, einer
Keule und einem großen Netz ging Marduk in den Kampf
mit dem Drachen .Als Marduk dem Drachen gegenüberstand,
öffnete dieser sein Maul, um den Gott zu verschlingen.
Doch Marduk schickte einen Sturm in den Rachen des Drachens
und schoss einen Pfeil in seinen Leib, der das Ungetüm
tötete. Danach zerteilte er den Leib Tiamats, um aus
ihm die Welt zu erschaffen. Aus dem Kopf und dem Körper
wurden Himmel und Erde, aus den Augen entstanden Euphrat
und Tigris. Kingu, der Anführer einer Horde wilder
Dämonen, der Tiamat zur Seit stand, wurde von den Göttern
getötet und aus seinem Blut entstanden die Menschen.
- Seth (Ägyptische Mythologie): Der
Gott Seth war auf seinen Bruder Osiris eifersüchtig.
Aus diesem Grund zerstückelte steckte Seth seinen Bruder
in eine Truhe und warf diese in den Nil. Isis aber fand
den Leichnam und erweckte Osiris zum Leben. Seth tötete
den Bruder zum zweiten Mal, zerhackte seinen Körper
in 14 Teile und zerstreute diese im ganzen Land. Isis fand
jedoch alle Teile (bis auf das Geschlechtsorgan), setzte
sie zusammen und erweckte Osiris von neuem zum Leben. Aus
ihrer Bindung entstand ein Sohn namens Horus, der, um den
Vater zu rächen, gegen Seth kämpfte, diesen entmannte
und schließlich tötete.
- Indra (Indische Mythologie): Indra ist
der König der Götter, der Herrscher über
Regen und Sturm, der diese nach Gutdünken senden konnte,
und seine Waffe war der Blitz. Vrtra ist die Schlange der
Dürre, sie umschlingt die Weltenwasser und hindert
diese am davonfließen. Sie ist die kosmische Welle
und das Regendach. Indra und Vrtra kämpften oft miteinander.
Diese Kämpfe sind unter anderem das Symbol für
den ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse. Vom Götterdach
entsandte Indra einen gewaltigen Blitz gegen die Schlange
Vrtra, erschlug die Schlange und zerbrach das Weltendach.
So entstand wieder Regen auf der Erde.
- Chinesische Mythologie: Auch in China
entstand der heilige Streit am Anfang der Zeit. Durch die
Tat des mythischen Kaisers Shun wird der Urflutdämon
Kung Kung, der die Urschöpfung in Unordnung gebracht
hatte, in die Finsternis hinweggespült. Dadurch wurde
die Weltordnung wieder hergestellt.
In China ist der Drache der Beherrscher von allen Wassern
auf Himmel und Erde (Meer, Seen, Teiche, Flüsse, Wolken
und Regen). Im Frühling steigen die Drachen aus den
Unteren Wassern in den Himmel und kämpfen mit den Drachen
des Himmels (Donner und Blitz). Ihr Atem verwandelt sich
in Wolken und Feuer. Im Herbst kommen sie wieder zurück
auf die Erde und tauchen in die Tiefen der Gewässer
hinab. Im Winter schlafen diese Drachen.
Der goldene Drache: Er ist ein Drachen mit Schuppen und
Flügeln von goldenem Glanz. Er ist einzigartig, rein
und perfekt. Er ist in allen Elementen Zuhause (Erde, Wasser
Luft und Feuer). Nur ein Mensch ist sein Freund. Der goldene
Drache hat sich nie an aggressiven Tätigkeiten beteiligt,
er ist ohne Fehl und Tadel. Er verteidigt ein verzaubertes
Schloss, wo ein Ritter reinen Herzens den heiligen Kelch,
das Taufbecken von Frieden, Natur und Leben, bewacht. Dieser
Kelch wurde vor den Menschen verborgen da sie ihn nicht
zu würdigen wissen. Erst wenn die Menschheit sich als
würdig erweist, werden der Ritter und der Drache zurückkommen
und die Menschen aus dem Kelch trinken lassen . Dann werden
die Natur und ihre Wunden genesen und Furcht und Hass werden
verschwinden. Das Zeitalter des Friedens wird geboren sein
unter dem Glanz des heiligen Kelchs.
- Der heilige Georg (christliche Mythologie):
St.Georg ist das irdische menschliche Gegenbild zum Erzengel
Michael. Er war ein römischer Soldat im Offiziersrang
in der Provinzen Kapadochien. Er forderte Gerechtigkeit
für die verfolgten Christen und bekannte sich selbst
als Christ. Er wurde 303 n. Chr. unter dem römischen
Kaiser Diokletian hingerichtet .Die Sagen um den Drachentöter
Georg hat sich ungefähr so begeben: In einem See nahe
der Stadt Silma lebte ein geflügelter Drache der alle
Menschen mit seinem giftigen Atem tötete. Um den Drachen
zu besänftigen opferten die Menschen täglich zwei
Schafe, dann ein Schaf und einen Menschen und als fast alle
Söhne und Töchter des Landes geopfert waren, fiel
das Los auf die Tochter des Königs. Als die Königstochter
am See stand und darauf wartete zu sterben, kam der heilige
Georg des Weges und fragte, warum sie denn weine. Da erzählte
sie ihm vom Drachen. Während sie erzählte, kam
der Drache aus dem See. Georg sprang auf sein Pferd, machte
ein Kreuz und ritt gegen den Drachen. Er stieß die
Lanze mit all seiner Kraft in den Leib des Drachen und traf
ihn so schwer, dass dieser zu Boden stürzte. Georg
nahm den noch lebenden Drachen mit in die Stadt und sprach
zum König: "Fürchtet euch nicht, denn Gott
der Herr hat mich zu euch gesandt, damit ich euch von dem
Drachen erlöse. Darum glaubt an das Christentum und
empfangt die Taufe. Danach werde ich den Drachen töten
und ihr seid für immer von ihm befreit."
- Der Antichrist (altpersische Mythologie):
Er stammt vom absoluten Bösen ab (Ähnlichkeit
zu Tiamat, ¬dem Chaosdrachen der Babylonier). Er wird
oft als Drache dargestellt und auch als falscher Messias
bezeichnet (ein arglistiger Prophet), der die absolute Macht
auf Erden beansprucht und einen Krieg gegen die Heiligen
führen wird. Seine Ankunft bedeutet das Ende der Welt.
Aber der Drache hat auch in einigen heute
sehr gekannten Formen der Grenzwissenschaften, von denen
ich hier zwei anführen möchten, eine große
Bedeutung:
- Geomantie: Hier handelt es sich unter
anderem um die uralte chinesische Kunst des Feng Shui, die
in der gesamten Beschaffenheit der chinesischen Landschaft
eine große Rolle spielt. Die Praktizierenden des Feng
Shui manipulieren die Oberfläche der Erde, um den Fluss
des Chi (der Energie) zu beeinflussen, der entlang der verborgenen
Adern oder sogenannten "Drachenlinien" strömt.
Diese Drachenlinien (Lung mei) durchlaufen die Erde und
Wasserwege, aber sie können auch verfallen. Sie transportieren
das Chi in der Erde. Die großen Ansammlungen von Chi
in der Erde heißen Drachennester (Hsueh). Der Feng
Shui - Experte wird daher im Allgemeinen als Drachenmann
(Lung kia) bezeichnet, da er die Adern des Chi nachverfolgt
oder "reitet". Er verfolgt sie von ihren Ursprungsorten
hoch in den Bergen, den mystischen Wohnstätten der
Drachen, bis zu den nieder gelegenen Hängen, wo die
Drachenlinien guten oder üblen Einfluss auf die dort
wohnenden Menschen ausüben. So wird etwa das chinesische
Meer an der östlichen Küste "Azurblauer Drache"
genannt.
- Astrologie: Auch in der Astrologie kommt
der Drache in verschiedenen Formen vor, in der chinesischen
Astrologie beispielsweise als Sternzeichen. Die 12 Tiere
der chinesischen Astrologie sind die Einteilung für
den chinesischen Tierkreis, der nicht entsprechend der Monate
des Jahres eingeteilt ist, sondern der für die 12 Jahre
des sogenannten "großen chinesischen Jahres"
steht. So gibt es in China das "Jahr des Drachen".
Für den Charakter des Drachen steht das Ausgefallene,
das Extravagante, das Elegante und Modische. Er hat Träume
mit fruchtbarer Phantasie und vergisst dabei oft die Realität
und das Praktische. Die im Zeichen des Drachen Geborenen
haben Neigungen zum Geheimnisvollen, Übernatürlichen
und Okkulten und strahlen etwas Glückhaftes aus.
So wie in den Mythen und Sagen der Drachenkämpfer
den Drachen besiegen muss, um eine Ordnung wiederherzustellen,
so muss auch jeder Mensch seinen inneren Drachen, nämlich
die unkontrollierte Persönlichkeit, besiegen, um in
seiner Seele Ordnung zu schaffen und das höhere Ich
auszubilden. Da der Drache keine physische Existenz als
Tier besitzt, sondern ein Symbol für die verschiedenen
Kräfte ist, müssen wir diesen Drachen, also diese
Kräfte, in uns suchen, auch wenn dieser Weg schwierig
zu sein scheint.
Eine der vielen Möglichkeiten, seinem persönlichen
Drachen zu begegnen, ist, den Weg der Kampfkünste zu
beschreiten. Dabei kommt es in keinem Fall darauf an , welchen
Stil, welche Art der Kampfkünste man ausübt, ob
Tae Kwon Do, Wu Shu, Karate Do ,Ju Jutsu, oder Nei Kung
(Die Kunst des goldenen Drachen), wir werden unserem Drachen
begegnen und wir müssen uns dem Kampf stellen. Dieser
Drache kennt die Kunst des Kampfes und der Tarnung, er kämpft
mit allen Mittel und er schläft nie. Er wird versuchen,
uns mit Wünschen von unserem Weg abzubringen (mentaler
Drache), oder uns mit Angst zu fesseln (emotionaler Drache),
oder er hemmt uns in unserem Tun durch Erregung (vitaler
Drache), oder er schränkt uns nur in unserem Körper
ein (physisch-ätherischer Drache). Dieser Drache, egal
welche Form er gewählt hat, wird versuchen, uns vom
Weg des Dienstes, der Tugenden, von der Harmonisierung unsere
Seele und von der Erweckung des höheren Ichs abzubringen.
So war der Drache immer ein Symbol des
Kampfes von Gut gegen Böse und hat auch heute nichts
von dieser Bedeutung eingebüßt. Dieser Kampf
ist immer gegenwärtig. Darum müssen wir diesen
ihn kämpfen, jeder Einzelne auf seinen eignen Schlachtfeld,
egal ob wir gewinnen oder verlieren. Kämpfen wir nicht,
haben wir auf jeden Fall verloren.
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